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Helldorado: "The Ballad of Nora Lee" | Glitterhouse /
Irascible
One more Whisky, please!
The Ballad of Nora Lee
ist die dritte Albumveröffentlichung der norwegischen Band
Helldorado aus der südwestlich gelegenen Ölstadt Stavanger.
Die Platte: Staubig, dreckig und teils mörderisch.
Von Daniela Valentino.
Melancholie, wie wir sie von
den Landsmännern Madrugada kennen, macht sich auch auf dieser
Platte breit, jedoch mit zusätzlicher Affinität für
amerikanische Musikkunst. Helldorado versinken dabei jedoch
weder in mexikanischem Gebläse, noch in übertriebenen,
lagerfeuerfreundlichen Banjos oder Mundharmonikas. "The Ballad
of Nora Lee" gibt sich staubig, trocken und teilweise
mörderisch gut. Der Soundtrack für den einsamen Ritt zu Pferde
durch den Wilden Westen.
Die Titelballade zu Beginn
stösst dir den Dolch schon mal direkt in dein Herz, kennt kein
Erbarmen und lässt dich vor den Augen deiner Liebe auf die
Knie gehen und dahinscheiden. Dag S. Vagles Whiskey-Stimme
flüstert dir schliesslich noch das letzte Wort ins Ohr. Mit
dem darauf folgenden Stück "Just like Fire" schaut die ganze
Geschichte jedoch schon wieder etwas bodenfester aus. Der
Rock'n'Roll spriesst mit saftigen Grashalmen aus dem bis anhin
vor Trockenheit gespaltenen Boden, während Strohballen
spielerisch über die Weiten der Prärie rollen.
Im ähnlichen Stil nimmt das
Album seinen Lauf, mit stetem Grundgerüst von Gitarre, Bass,
Schlagzeug und Gesang, mal mit mehr oder weniger Trompete,
Orgel und Violine. "The Ballad of Nora Lee" ist wohl - so
scheint mir - das bisher am meisten an Mexiko ausgerichtete
Album der vier Norweger, dafür auch das abwechslungsreichste.
Selbst wer kein Freund von Countrystimmung ist, findet hier
einige trostspendende Melodien für einsame Stunden.
Live:
11. Oktober 2005, Ziegel Oh Lac, Zürich
13. Oktober 2005, ISC, Bern
14. Oktober 2005, Schüür (Radio 3fach Party), Luzern
www.helldorado.no
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